Manchmal beginnt eine große Hilfe mit einer ganz einfachen Idee. Ein Fußballspiel, Menschen, die zusammenkommen, und die Bereitschaft, etwas für andere zu tun. Was in Olbendorf als Benefiz-Fußballspiel begann, wurde zu einem Zeichen gelebter Nächstenliebe – und führte schließlich bis in die Ukraine.
Wie bereits berichtet, wurde das Benefiz-Fußballspiel in Olbendorf auf Initiative von Pfarrer Mag. Zdravko Gašparić organisiert. Priester aus Österreich und Slowenien trafen sich am 17. August 2026 auf dem Sportplatz. Doch an diesem Tag ging es um weit mehr als um Tore und ein sportliches Ergebnis. Im Mittelpunkt standen jene Menschen in der Ukraine, die täglich mit den Folgen des Krieges leben – insbesondere Kinder, ältere und hilfsbedürftige Menschen.
Die Hilfsaktion fand großen Anklang. Viele Menschen ließen sich berühren und unterstützten die Initiative mit ihren Spenden. Auf diese Weise kamen insgesamt 5.476 Euro zusammen.
Ein Teil der Spenden wurde für die Anschaffung eines Geländewagens verwendet. Bevor das Fahrzeug seine lange Reise in die Ukraine antrat, wurde es im Hof der Diözese Eisenstadt von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics gesegnet.
Für die Menschen in einer vom Krieg betroffenen Region ist ein solches Fahrzeug kein Luxus, sondern eine dringend notwendige Unterstützung. Wo Straßen unsicher sind, Entfernungen groß und die alltägliche Versorgung schwierig geworden ist, kann ein Geländewagen entscheidend dazu beitragen, Lebensmittel und andere notwendige Güter zu den Menschen zu bringen. Für viele ist es zudem kaum möglich, selbst zu einem Geschäft oder an einen anderen Ort zu gelangen, um das Notwendigste für den täglichen Bedarf zu besorgen.
Mit den verbleibenden Spenden wurden Lebensmittel und weitere Hilfsgüter für Kinder und ältere Menschen gekauft. So wurde aus jeder einzelnen Spende konkrete Hilfe. Jeder Euro, ob groß oder klein, trug dazu bei, Menschen in einer schwierigen Lebenssituation beizustehen.
Ein weiter Weg – getragen von Hoffnung
Am 1. September 2026 machte sich Pfarrer Gašparić gemeinsam mit seinen Helfern auf den langen Weg in die Ukraine. Die Reise war anstrengend und mit vielen Herausforderungen verbunden. Doch der Gedanke, die Hilfe möglichst rasch zu jenen Menschen zu bringen, die sie dringend erwarten, gab Kraft.
Die Hilfsgüter wurden jener Gemeinde übergeben, zu der zehn Dörfer gehören. Dort kam die Hilfe unmittelbar bei den Menschen an. Besonders berührend waren die persönlichen Begegnungen. Das Lachen der Kinder, die Dankbarkeit der Menschen und die Tränen in den Augen jener, die die Hilfsgüter entgegennahmen, machten spürbar, wie wertvoll gelebte Solidarität ist.
In einem Land, das seit Jahren vom Krieg gezeichnet ist, bedeutet Hilfe nicht nur Nahrung oder ein Fahrzeug. Sie bedeutet auch eine Botschaft: Ihr seid nicht vergessen. Ihr seid nicht allein. Menschen denken an euch und stehen an eurer Seite.
Alle, die diese Aktion unterstützt haben, haben auf besondere Weise gegeben. Zuerst mit ihrer Spende – und zugleich mit einem Stück ihres Herzens. Ihre Güte hat Grenzen überschritten und Menschen erreicht, die heute unter den Folgen des Krieges leiden.
Das Lachen der Kinder und die Tränen der Dankbarkeit jener Menschen zu sehen, die wissen, wie dringend sie diese Unterstützung brauchen, lässt sich mit Geld nicht aufwiegen. Es sind Augenblicke, in denen deutlich wird, was christliche Nächstenliebe bedeutet: den anderen Menschen in seiner Not wahrzunehmen und ihn nicht allein zu lassen.
Gerade darin zeigt sich, dass Güte keine Grenzen kennt. Sie kann einen weiten Weg zurücklegen – von einem Dorf zum anderen, von einem Land in ein anderes und vor allem: von einem Herzen zum anderen.
Ein herzliches Vergelt’s Gott
Ein aufrichtiges Vergelt’s Gott und Gottes reichen Segen allen, die diese Hilfsaktion unterstützt haben. Unser Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, allen Helferinnen und Helfern sowie allen, die erkannt haben, wie wichtig diese Initiative ist und mit ihrer Großzügigkeit dazu beigetragen haben, dass Hilfe konkret werden konnte.
Ein besonderer Dank gilt Pfarrer Mag. Zdravko Gašparić. Ihm liegen die Menschen in der Ukraine am Herzen. Gemeinsam mit seinen Helfern hat er die Mühen der weiten Reise auf sich genommen, damit die gesammelte Hilfe möglichst rasch dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Möge diese Aktion für uns alle ein Beispiel und eine Ermutigung sein, die Augen vor der Not unserer Mitmenschen nicht zu verschließen. Manchmal mag unsere eigene Hilfe klein erscheinen. Doch in den Händen eines Menschen, der leidet, kann sie zu etwas Großem werden.
Denn dort, wo Menschen ihre Herzen öffnen und einander beistehen, verlieren Grenzen ihre Bedeutung.
Nächstenliebe kennt keine Grenzen. Sie macht sich auf den Weg – und kommt genau dort an, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Fotos: Pfarrer Zdravko Gašparić und Diözese Eisenstadt