KMBÖ-Sommerakademie 2026: Wahre Männlichkeit durchbricht Gewaltspiralen
Unter dem Jahresthema „Friede – und dann. Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ fand vom 23. bis 25. Juli 2026 die Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) in Pyhra bei St. Pölten statt. KMBÖ-Vorsitzender Karl Toifl stimmte die Teilnehmenden mit Bezug auf die Bergpredigt ein: „Jesus nennt jene selig, die Frieden stiften.“ Verantwortung zu übernehmen und Wege aus der Polarisierung zu finden, zog sich als roter Faden durch die gesamte Tagung.
Der Grazer Neutestamentler Josef Pichler stellte das biblische Friedensthema dem historischen Machtdenken gegenüber. Wahre Männlichkeit zeige sich nicht in der Demonstration von Dominanz, sondern in der souveränen Fähigkeit, Gewaltspiralen aktiv und asymmetrisch zu durchbrechen. Ergänzend dazu schlug der Psychotherapeut und Theologe Arnold Mettnitzer eine Brücke von gesellschaftlichen Zukunftsfragen hin zu lebenspraktischen Impulsen für den Alltag. Um das Miteinander auch im kirchlichen Raum zu vertiefen, praktizierte Bernhard Steiner (KMB Oberösterreich) mit den Anwesenden das Synodale Gespräch – eine Praxis des bewussten Zuhörens und Raumschaffens füreinander.
Für einen prägenden Impuls zum Abschluss sorgte Referatsbischof Hermann Glettler. Mit Blick auf das 80-Jahr-Jubiläum der KMBÖ im Jahr 2028 rief er dazu auf, österreichweit 80 neue KMB-Männergruppen zu gründen, um der zunehmenden gesellschaftlichen Einsamkeit aktiv etwas entgegenzusetzen. Vergebung und der persönliche Einsatz für Frieden seien ein tägliches „Entlastungsprogramm“, das auch in Familien und Gemeinschaften heilend wirke.
Einen feierlichen Rahmen bildete zudem die Ankündigung, dass der renommierte Romero-Preis im Jahr 2027 an Franz Grandits für sein Lebenswerk in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit verliehen wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 19. November 2027 in Stinatz statt.
In ihrem gemeinsamen Abschlussmanifest setzten die Männer schließlich ein unmissverständliches Zeichen: Männliche Stärke zeige sich niemals in Härte oder populistischer Spaltung, sondern im Mut zur Barmherzigkeit und in aktiver Versöhnung. Die Tagung schloss mit dem klaren Bekenntnis, dass Religion niemals als Rechtfertigung für Gewalt missbraucht werden darf, sondern stets dem Frieden dienen muss.