Pilger-und Kulturreise
Eine Kraftquelle war die Reise für die Teilnehmer der Pfarrwallfahrt vom 3. – 9. Mai 2026. Mit Dechant Mag. Pfarrer Shinto Varghese Michael und dem Organisator Matthias Leitgeb war die 46-köpfige Gruppe in und um Porto unterwegs und erlebte Kultur, Geschichte, portugiesische Spezialitäten wie den Portwein, viele heitere Momente, aber vor allem spirituelle Tiefe.
Die Wallfahrt führte uns nach Porto, die zweitgrößte Stadt Portugals. Idyllisch gelegen am Rio Douro, erkundigten wir die hügelige Stadt mit ihren typischen kachelverzierten Fassaden, bestaunten die imposante Spannbogenbrücke Dom Luis I und den Dom, wo wir Hl. Messe feierten.
In Guimaräes, der Kulturhauptstadt Europas 2012, erfuhren wir über die Anfänge Portugals und den ersten portugiesischen König Alfonso (1109-1185).
In Santiago de Compostela (Hauptstadt der Region Galicien) im nahen Spanien, dem Ziel des Jakobsweges von ca. 500 000 Pilgern jährlich, feierten wir die Hl.Messe mit Dechant Shinto in der imposanten Kathedrale mit den üppigen Heiligenfiguren rund um den Altar. Ein besonderes Erlebnis war das Schwingen des Riesenweihrauchfasses (1,5 m hoch und 50 kg schwer)durch das Mittelschiff der Kathedrale.
Nachdem im 7. Jahrhundert Pilgerfahrten ins Hl.Land wegen der Besetzung Jerusalems durch Muslime zu gefährlich wurde, entwickelte sich Santiago mit dem Grab des Hl. Apostels Paulus zum wichtigsten Pilgerort der Christen.
Die Wallfahrtskirche Igreja Bom Jesus do Monte (Guter Jesus vom Berge), errichtet 1784, nahe der Stadt Braga, beeindruckte durch den prachtvollen im Zick-Zack geführten Treppenaufgang mit 581 Stufen.
Mit einem Schiff durchfuhren wir die weltberühmte Weinbauregion Douru, wo auf bis zu 700 m hohen Terrassen Portwein-Reben gedeihen.
Das südlich von Porto gelegene Fischerstädtchen Aveiro mit seinen bunten, reich verzierten Häuserfassaden ist vor allem durch seine farbenfrohen, gondelähnlichen Boote bekannt. Aveiro wird wegen seiner Kanäle auch „Venedig von Portugal“ genannt.
Die Studentenstadt Coimbra beherbergt die 1290 gegründete bedeutendste Universität des Landes und zählt zu den ältesten Universitäten Europas. Heute prägen in etwa 30 000 Studenten mit ihren schwarzen Umhängen das Stadtbild. Die Ganzkörpertaufe der komplett gekleideten Studienanfänger in einem öffentlichen Brunnen mit kaltem Wasser war für uns ein eher schauriges Spektakel!
Fatima, wo 1917 den drei Hirtenkindern Lucia, Francisco und Jacinta die Hl.Maria erschien, war für viele Mitreisende der bewegendste Höhepunkt dieser Woche. Der feierliche Rosenkranz, die Lichterprozession und die Hl.Messe mit Dechant Shinto um 6:00 am Morgen, die langsam aufgehende Sonne, umrahmt von Gesängen unter der Leitung der Chorleiterin Bernadette Friedl, waren bewegende Momente der Zufriedenheit, der Freude, der Dankbarkeit und der Bitte um eine gute Zukunft für uns, unsere Familien und Freunde.
Wir gingen auch den „Ungarischen Kreuzweg“ (gestiftet von in die USA ausgewanderten Ungarn 1956), der von Aljustrel, dem Geburtsort der Seherkinder nach Fatima führt. Oft sind die Kinder diesen Weg gegangen, um Schafe zu hüten und die Muttergottes zu sehen.
Mögen die schönen Momente dieser Pilgerreise noch lange in uns nachwirken und uns mit Freude und Dankbarkeit erfüllen.
Martina Gradwohl